Die Prinzipien

Ein althergebrachtes Wissen

Die Stampflehmbautechnik besteht darin feuchte Erde in einer Schalung zu feststampfen.
Die Erde wird auf der Baustelle selbst oder in der Nähe abgebaut. Ihre Wahl ist ausschlaggebend. Sie darf vor allem keine Muttererde enthalten.

Tone sind das Bindemittel von Sand und Steinen, alles natürliche Inhaltsstoffe der Erde.

In der Region Rhône-Alpes, ist es möglich zwischen April und Oktober mit Lehm zu bauen, da im Winter Frostrisiko besteht. Die Vorbereitung des Lehms und sein Stampfen können nicht unter Regen gemacht werden.

Wenn nötig, kann die Zugabe von Kalk in den Lehm die Tone wasserunempfindlich machen, dies nennt man Stabilisierung.

In ländlichen und städtischen Zonen, in der Ebene und in den Bergen, war Stampflehmbau eine sehr verbreitete Technik in der Region Rhône-Alpes.
Allerdings wird seit den 50er Jahren diese Technik in Frankreich fast nicht mehr ausgeführt.

Wo sind die letzten Bruchstücke unserer Scharfsinnigkeit geblieben ? S chon immer haben Konstruktionen auf die spezifischen Bedürfnisse von Gemeinschaften und Individuen durch die Verwendung von lokal verfügbaren Materialien zu antworten gewusst.

Ein Material ist wegen seiner physischen, technischen, ökonomischen oder ästhetischen Qualitäten interessant.
Man ist sich eigentlich darüber klar, aber die Wahl des Materials und noch mehr die Wahl des Produktionsverfahrens sind ausschlaggebend für ihre kulturelle, soziale und ökologische Wirkung.

Der Vertrieb einer zentralisierten Produktion führt oft dazu, was wir bereits in anderen Bereichen, wie z.B. der Ernährung, Gesundheit :

  • Verlust von Fachkenntnissen bei den heutigen und zukünftigen Generationen
  • Orientierte Normen und Richtlinien
  • Gebundenheit von Produzenten und Benutzern an z.B. Produkte, Transport
  • Vervielfältigung der am Bau Teilhabenden und Auflösen der Verantwortung
  • Minderung der Motivation
  • Energieverschwendung
  • ...

Beobachtet man das Angebot an Baumaterialien, das in den letzten Jahren in Europa auf den Markt gekommen ist, müssen wir uns gegen das mögliche Abgleiten wehren.

Der Benutzer hat die Wahl :

  • sich mit dem Konsum von scheinbar ökologischen Gadgets begnügen, die ihm mehr oder minder gutes Gewissen geben
  • oder
  • nach richtigen Lösungen für sich suchen, bei Ernährung, Gesundheit, Wohnen, Bildung für sich und seine Umwelt.

Die Folgen kennend ist es auch im für unser Wohnen an uns zu entscheiden.
Ein Gebäude ist nicht Konsum sondern Investition und unsere Entscheidungen heute sind auch in 40 Jahren noch zu tragen.

Daher sollten wir uns heute die richtigen Fragen stellen, bevor wir ein Baumaterial auswählen :

Zum Beispiel :

  • Woher kommt das Produkt ? Welchem Weg ist es gefolgt von der Förderung seiner Rohstoffe bis zu meiner Baustelle ?
  • Was beinhaltet es ?
  • Wer hat es vorbereitet (produziert) ? Wer wird es verbauen ? Wie ?
  • Unter welchen sozialen Umständen ? Unter welchen sanitären Umständen ?
  • Wie viel und welche Energie ist für die Produktion und Verbauung notwendig ?
  • Wie transparent ist die Produktion ?
  • Welche Beweise gibt es dafür ?
  • Welche Alternativen habe ich, wenn ich mein wahres Bedürfnis betrachte ?
  • Was wird aus den Materialien beim Rückbau des Gebäudes ?
  • Ein Drittel der Weltbevölkerung hat keine andere Wahl als seine Behausung aus Lehm aus seinem Dorf zu bauen. Lassen wir ihnen diese Freiheit, denn sie könnten sich nie Materialien in Säcken oder auf Paletten leisten.

Seit 1987 baut Nicolas Meunier mit natürlichen Materialien und zusammen mit lokalen handwerklichen Produktionen.